Fangen wir mit dem unschönsten an: Boda-Unfälle (ja, leider in der Mehrzahl)
In der Regenzeit sieht es hier in Kyebando echt grässlich aus und ich bin über jeden Tag froh, den es nicht regnet (heute glücklicherweise der dritte am Stück). Schon des öfteren sind wir mit dem Boda auf matschigen Straßen geschliddert, aber am Mittwochabend rutschte dann das Boda leider komplett weg und ich lag im Schlamm. Mir ist aber nichts passiert, außer das meine Hose dreckig war, denn mein Bein war nicht unter dem Boda eingeklemmt und so stampfte ich dann die letzten Meter, etwas unter Schock, nach Hause. Am nächsten Morgen war ich dann schon ein bisschen ängstlicher bei der Boda-Fahrt zur Arbeit, aber ich gewöhne mich wieder dran. Leider wiederholte sich die Geschichte unglücklicherweise ein zweites Mal, als wir am Wochenende unsere Freunde in Jinja besuchten und uns am Abend zu einer Halloween-Party in der Nähe der Bujagali Falls auf machten. Unser Boda legte sich zweimal auf die Seite. Ergebnis: saudreckige Klamotten bevor die Party überhaupt begonnen hatte. Julia hat eine riesige Brandwunde vom Auspuff am Bein und ich hab mir den rechten Fuß verknackst, dem gehts aber schon wieder fast super gut. Aber im allgemeinen ist uns nichts schlimmeres passiert. Die Einheimischen sind diese Art von Unfällen in der Regenzeit gewohnt und Julia hat jetzt das als allgemein bekannte Muzungu-Mal am Bein. Also bitte keine Sorgen machen, wir passen auf uns auf und sind so vorsichtig wie möglich.
Jetzt aber zu den erfreulichen Geschichten, die einfach so schön in die ugandische Kultur passen. Am Freitag habe ich meinen kurzen Arbeitstag und so machte ich mich nach der Arbeit auf in die Stadt, um mir endlich ein Handy mit zwei Sim-Karten zu kaufen. Zusammen mit einem Freund machten wir uns erst zu Fuß auf den Weg, als es jedoch anfing zu regnen stiegen wir in ein Matatu was am Straßenrand stand. Wegen des Regens war dieses auf nach 2 Minuten voll und für los... mit Hilfe von anschieben. Nach einer Minute ging es jedoch wieder aus und wir erfuhren, dass das Benzin alle war. Der Conductor machte sich auf den Weg zur nächsten Tankstelle und nach rund 15 Minuten konnte die Fahrt weiter gehen. Das Problem: Das Matatu sprang nicht von selbst an, musste also an geschoben werden, was sich aber als sehr schwer heraus stellte, da auf Grund des Regens die Straßen vom Verkehr verstopft waren. So brauchten wir weitere 15 Minuten bis wir mit laufenden Motor im Stau standen und dann nur noch 20 Minuten bis zu unserem Ziel. Für diese Strecke braucht man im Normalzustand schätzungsweise 5-10 Minuten.Aber kein meckern oder mausern von den Passagieren. Das ist Uganda... man braucht eben Zeit und Geduld und dann kommt man immer an sein Ziel.
Wie schon erwähnt besuchten wir am Wochenende zwei Mitfreiwillige, die in Jinja arbeiten. Mit dem Matatu ging es Samstagvormittag los Richtung Jinja und nach 3,5h Fahrt hatten wir das Ziel erreicht. bis zum Abend vertrieben wir uns die Zeit mit quatschen, shoppen auf dem Markt und Essen kochen, bevor es dann am Abend auf die besagte Halloween-Party ging, die leider echt schlecht war, da nur Muzungu-Musik gespielt wurde und die möchte ich in Uganda echt nicht hören. Am nächsten Tag besuchten wir dann die Nil-Quelle. Der Nil entspringt aus dem Victoria See und es war echt ein schöner Anblick. Ganz viel Wasser und sehr viel schöne Natur darum herum. Leider habe ich meine Sonnencreme vergessen und ganz abgehärtet ist meine Haut doch noch nicht.
Nil-Quelle
Die Heimfahrt war dann wieder ein neues verkehrstechnisches Ereignis. Nach dem Besuch an der Quelle gingen wir auf dem Markt sehr gut local food essen. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Taxi-Park vorbei. Dort stand ein mittelgroßer Reisebuss mit einem Schild in der Scheibe: 4.000 UGX Kampala. Preis super. Größe des Busses schlecht, denn immer daran denken, der Bus startet erst, wenn alle Plätze voll sind. Naja eigentlich hatten wir geplant ein Matatu zu nehmen, deswegen machten wir uns keine weiteren Gedanken. Nach dem Essen ging es dann schnell Sachen zusammenpacken und zum Taxi-Park. Und was sahen wir als wir den erreichten? Den Bus (man merke 1,5h waren vergangen). Schnell verabschiedeten wir uns, kauften die Tickets und ergatterten eine der letzten Plätze. Julia ganz vorne an der Frontscheibe, ich dahinter auf einem Sitz mit halber Lehne. Wir hatten uns schon gemütlich eingerichtet, als eine etwas übergewichtige Frau einstieg. Jetzt muss ich erwähnen, das es in Uganda in den Bussen keinen Mittelgang gibt, denn dort werden weitere Sitze heruntergeklappt, um mehr Leute zu transportieren. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, was jetzt kommt. Nach einer Nacht mit nicht unbedingt viel Schlaf, mit Sonnenbrand auf den Schultern und im Nacken, einem verknackten Fuß und eingequetscht neben den besagten Frau ging die Fahrt dann los. Aber wir brauchten nur 2h bis nach Kampala und es war gemütlicher als ich gedachte hätte;)
Auf einem Boda kann man übrigens anscheinend auch ziemlich gut schlafen:)
Huhu Maggi,
AntwortenLöschenDie Fotos sind mal wieder der Wahnsinn!!! Ich war erst völlig überrascht über das gute Wetter bei dir, aber du bist ja in Afrika, das hatte ich ganz vergessen ;) Hier in Spanien gibt es nämlich leider doch einen Herbst und der ist schon mit voller Wucht angekommen ...
Was ist denn Muzungu-Musik? Kann ich mir darunter die europäische Musik aus den Charts hier vorstellen? Die ist momentan extrem ätzend, ich kann verstehen, wenn du die nicht haben musst :)
Sei lieb von mir gedrückt!
Anne
Dann erstmal gute Besserung für die Brandwunde. Immer schön trocken und sauber halten.
AntwortenLöschenAber wenigstens hat euer Schlamm eine schöne Farbe. Das kann man durchaus tragen. ;)
Allerdings sollten die Boda-Fahrer doch wissen was sie können oder eben nicht. Einfach mal langsamer fahren?
Sag mal der Typ auf den Busbildern, der wegschaut, ist doch Vukanier. Jetzt komm mir nicht mit Mütze. Das ist alles Ablenkung!
Und weiße Frauen mit Kameras scheinen ja sehr interessant zu sein. :)
So richtig eingequetscht sieht du aber nicht aus neben der dicken Frau ;-)
AntwortenLöschenGute Besserung fuer den Fuss und die Brandwunde deiner Freundin.