Kampala abends gegen 19 Uhr. Es ist dunkeln, die Luft ist ziemlich kühl, da es heute so viel geregnet hat, aber die Gegend um den Taxi-Parkt schläft nie. Überall Leute, Bodas, hupende Matatus, bunte Leuchtreklame. Wir sind mit Michael unterwegs um Lukas und Rike, zwei Freiwillige aus Busia, abzuholen. Das reine Chaos. Die beiden zum ersten Mal zu Besuch in der Hauptstadt und der Fahrer ändert alle 5 Minuten seine Meinung darüber, wo er die beiden raus lassen will. Aber endlich finden wir die beiden. Nachdem das Begrüßungsdrücken und das freudige Rumhüpfen beendet war gingen wir das erste Mal in ein FastFood-Restaurant in Uganda. „I want to take number 2, please!“ “It´s out, sorry.“ „Ok, than I want to take number 3!“ “It´s out, sorry.” Letztendlich bekamen wir alle noch etwas zu essen und ließen uns Pommes, Burger und Chicken Wings ganz gut schmecken. Anschließend kauften wir noch 15l Wasser und Rike rastete beim Anblick der Schokolade beinahe aus, denn diesen Luxus haben hier in Uganda wirklich nur die größeren Städte. Wir leisteten uns ein Special Hire (siehe kleines Wörterbuch) und schafften es nach einigen Umwegen und Nachfragen des Fahrers bei Boda-Fahrern, er hatte eigentlich behauptet unser Viertel zu kennen, heil und glücklich nach Hause.
Am nächsten Morgen wurde ausgiebig und reichlich gefrühstückt. Neben Eiern, Haferflockenmit richtiger Milch und Marmelade, gab es Toastbrot und Käse. Im Vergleich zu vielen anderen haben wir hier in Kampala den Luxus an eigentlich alle Konsumgüter heranzukommen und wenn man dann Gäste hat versorgt man diese auch mit Freuden. Danach ging es in die Stadt zu Post Office, wo Felix und Andrea (aus Fort Portal) bereits auf uns warteten. Gemeinsam ging es auf Besichtigungs- und Shoppingtour. Auch sonntags haben hier viele Geschäfte offen und wir erkundeten zuerst die Kampala Road und anschließend die Geschäfte rund um den Taxi-Park. Krasse Eindrücke mit überfüllten Straßen und ich habe mir vorgenommen in Zukunft mehr Fotos zu machen.
Wieder in Kyebando „überfielen“ wir dann zu acht den Rolex-Mann in unserem Dorf und machten noch ein paar Besorgungen, um alle versorgen zu können. Abends gab es dann einen riesen Topf mit Nudeln und eine Tomatensoße und Würstchen und auch Tobi und Hannah (aus Mbale) trafen ein. Bei einigen Bierchen und guten Gesprächen genossen wir das Zusammensein auf unserem kleinen „Balkon“.
Montag hieß es dann für Julia und mich wieder arbeiten und 5 Leute besuchten uns, um sich unseren Arbeitsplatz mal anzusehen. Nach getaner Arbeit ging es nach Hause, wo wir uns alle schick machten, 5 Bodas bestellten und uns auf dem Weg zum Restaurant machten, in dem die große Party steigen sollte. Es war so schön alle wieder zu sehen, denn wir hatten es wirklich geschafft: Alle 22 Freiwilligen hatten sich in Kampala versammelt, um zusammen den Tag der deutschen Einheit zu feiern.
So viele Muzungus auf einem Fleck. Einige ältere Männer im Anzug, viele junge Menschen, die als Freiwillige, Studenten oder zum Arbeiten hier in Uganda verweilen. Bier auf Kosten der deutschen Botschaft und Buletten und Würstchen als Snack (die mir aber nicht so gut bekamen). Eigentlich hatte ich mich gefreut den ganzen Abend deutsch zu reden, aber irgendwie wurde daraus nichts, da ich mich hauptsächlich mit Ugandern unterhielt und auch mal wieder deren unglaublichen Tanzstil bewundern durfte.
Nachts um 2 ging es dann sicher mit dem Special Hire nach Hause und wir fielen glücklich und müde in unsere Betten. Am nächsten Tag (es war nicht mehr wirklich morgen) ging es mir dann leider irgendwie nicht so gut bzw. meinem Magen, aber von so etwas lass ich mir ja nicht einfach einen ganzen Tag versauen. Also mit Frank zusammen ab aufs Boda und mit Michael in ein Viertel namens Katwe und eine GITARRRE kaufen (für umgerechnet 35€)! Ja, ich habe jetzt eine Gitarre und werde mich hoffentlich regelmäßig mit ihr beschäftigen.
Danach trafen wir uns noch einmal mit einem Großteil der anderen zum Pizza essen. Anschließend nahmen wir uns ein Boda und wollten eigentlich so schnell wie möglich nach Hause. Aber das ganze verzögerte sich etwas, da sich die Suche nach den Karten für das Spiel Uganda gegen Kenia etwas schwieriger gestaltete als gedacht. Aber nach 20 Minuten Boda-Fahrt quer durch die Stadt und 10 Tankstellen, an denen es keine oder keine Karten mehr gab wurden wir endlich fündig. Unter der Hand kauften wir 3 Karten (Originalpreis 20.000 UGX) für jeweils 25.000 UGX und waren heil froh, dass wir nun am 08.10 am Qualifikationsspiel für den Afrikan Cup live dabei sein können. Jetzt fehlt nur noch ein ugandisches Trikot und dann heißt es ab in Stadion.
Ein langes und anstrengendes, aber genauso schönes und unvergessliches Wochenende, auf das noch viele folgen werden.
Mein erster Monat in Uganda ist schon vorbei und ich bin erstaunt wie schnell die Zeit vergeht. Langsam kann ich aber von mir behaupten, dass ich angekommen bin und trotzdem erlebe ich jeden Tag und jede Woche neue und schöne Momente.
PS: Für Tom
Der Regen ist zwar meistens kräftiger als in Deutschland, aber gefährlich würde ich das nicht nennen. Ich denke die Ugander werden einfach nur ungern nass:)
*räusper* im Wörterbuch gibts kein Special Hire" ;)
AntwortenLöschenSoso, kaum 4 Wochen in Uganda und Madama verträgt keine deutschen Würstchen mehr. Das nenn ich Anpassung. Darwin hätte seine helle Freude an dir Überlebenskünstler. :)
Fußball? Du lässt auch nichts aus, oder?! :)
Ne, warum sollte ich auch irgendwas auslassen. Hab doch nur ein Jahr Zeit;)
AntwortenLöschenJuhuu, jetzt kannst du immer schön Gitarre klimpern! Ich möchte mir auch so gerne eine kaufen, aber a) sind spanische Preise leider nicht so verlockend wie ugandische und b)wie bekomme ich sie nach Deutschland?!?
AntwortenLöschenDie Fotos sind so toll, da wohne ich quasi auch in der "Ferne" und hab trotzdem Fernweh nach "Mehr" ...
Wie warm ist es eigentlich jetzt bei dir? Und bist du schon bei einem Teich oder Fluss schwach geworden? ;)