Samstag, 10. September 2011

5. Tag: Cockroach oder einfach nur Kakerlake ... beides ekelig!

Am Freitagmorgen ging es, wie fast schon gewohnt, gegen kurz vor 9Uhr mit Michael und seinem Boda den  Berg runter und den Berg auf der anderen Seite wieder rauf zur Arbeit. Diesmal wurden wir mit einer Präsentation über die ugandische Kultur empfangen, der darin endete, dass wir eine Liste mit einheimischen Früchten, Gemüse, Fleisch und anderen Produkten erstellten. Zum Frühstück gab es diesmal Cassava. Eine gekochte Wurzel, die etwas nach Kartoffel schmeckt, aber sehr trocken ist und mir deshalb nicht so zusagte. Danach erwartete uns wieder eine lange Pause, die wir diesmal aber sinnvoll nutzten. Wir nahmen das mitgebrachte Wörterbuch zur Hand und fingen bei A an alle Wörter, die wir für wichtig empfanden und nicht konnten aufzuschreiben. Wir beendeten an diesem Tag unseren privaten Englischkurs, als wir die Liste der Wörter mit A abgeschlossen hatten. Danach wurden wir ins Office unserer Chefin gerufen und klärten mit ihr die offenen Fragen rund um Wohnung, Arbeit und Geld. Auf dem nach Hause-Weg erledigten wir noch einen kleineren Einkauf und handelten das erste Mal sehr erfolgreich. Der Junge am Stand wollte zuerst 300 UGX (Ugandische Schilling) für eine Passionsfrucht haben. Wir lehnten diesen Preis strikt ab und er machte uns das nächste Angebot: "Six for 1.000 UGX". Mit einem breiten Lächeln nickten wir und stimmten zu. Anscheinend so charmant, dass er uns am Ende sogar 7 Früchte in die Tüte steckte. Zu Hause angekommen fiel der Strom aus, was uns aber nicht davon abhielt nach einem Abendbrot bei Kerzenlicht und einen Film anzuschauen (natürlich auf englisch).
Unser erstes Wochenende sollte mit langem Ausschlafen beginnen, doch um 10 Uhr waren wir beide munter. Obwohl ich leider nicht besonders gut geschlafen hatte, da mitten in der Nacht für eine halbe Stunde die Alarmanlage eines Autos vor unserem Haus an ging und sich danach ein ordentliches Gewitter mit Blitz und Donner anschloss. Nach einem ausgiebigen Frühstück erstellten wir eine Einkaufliste und marschierten los um  im Supermarkt in unserem Viertel den Großteil der Besorgungen zu erledigen. Nach unserer Rückkehr hatten wir beschlossen, die Küche zu putzen, was schließlich in einem riesigen Kampf mit Kakerlaken endete. Bewaffnet mit Besen, Handschuhen, Mundschutz und Insektenvernichtungsspray gingen wir auf Jagt.
Es war einfach nur ekelig... aber wir haben unser bestes geben...






























Für um 3 Uhr hatten wir uns mit Julie auf einem Markt für afrikanische Souvenirs verabredet und da Michael "very busy" war, machten wir uns auf dem Weg zum Boda-Station in Kyebando. Leider dauerte es etwas, bis wir einen Fahrer fanden, der den Ort namens "Buganda road market" kannte, aber schließlich kamen wir für 6.000 UGX an Ziel. Wir warteten ca. 30 Minuten auf Julie, was in ugandischer Zeit völlig im Rahmen ist, und bekamen dann einen Anruf, dass sie es leider nicht mehr schafft, auch typisch ugandisch. So schlenderten wir zu zweit über den Markt und versuchten unser Glück im handeln, was an diesem von Touristen geprägten Ort wesentlich schwieriger war. Doch schließlich erwarb ich ein kleines Portemonnaie und ein Haarband. Mit einem Boda ging es weiter zum Garden City und zu Oasis (ebenfalls einem Einkaufcenter) um für Julia ein Handy zu kaufen und die letzten Besorgungen zu erledigen. Kerzen sind hier zum Beispiel sehr rar und aber für uns in letzter Zeit dringend notwendig:) Eigentlich hatten wir geplant mit einem Taxi nach Hause zu fahren und so kamen wir mit 15 Litern aus dem Supermarkt. Leider hatten wir vergessen, dass nur die Kleinbus-Taxis (namens Matatu) günstiger waren als die Bodas, da wir davon aber keins fanden... ja ihr ahnt es und ich hätte davon zu gern ein Foto. Zu zweit hinter dem Fahrer auf dem Boda mit 3 Kanistern je 5 Liter und einer Einkaufstüte. Aber keine Angst, da ich gerade hier schreibe ging alles gut.
Das erste Mal benutzen wir heute Abend unseren Herd bzw. die zwei mit Gas betriebenen Kochstellen. Es gab Nudeln mit gekochter und dann gebratener Aubergine (in der großen lila Art und in einer ei-großen grünen Art, die ich vorher noch nie gesehen hab).

kleiner Exkurs in die Welt des ugandisches Geldes:
1Euro sind ~4.000 UGX, der ugandische Schilling ist sehr instabil, deswegen ist die Angabe nicht ganz genau
- 6 (7) Passionsfrüchte für 1.000 UGX = 25Cent
- einfach Boda-Fahrt zur Arbeit 2.000 UGX = 50Cent
- Internetstick + 3 Monate Internet (3GB) 349.000 UGX = 87.25Euro (~21Euro pro Monat)

Beantwortung der Fragen von Susi & Christof (über die ich mich sehr gefreut habe):
Zur Zeit wohnen wir noch zu dritt. Julia und ich, die beide für 12 Monate hier bleiben werden, und Julie, die Mitte der nächsten Woche nach 6 Monaten wieder nach Texas zurück kehrt. Ich hoffe ich schaffe es in den nächsten Tagen die Fotos rein zu stelle.
Wir sprechen eigentlich nur englisch und zwischen uns natürlich noch deutsch. Luganda haben wir noch nicht gelernt, aber am 16.09 beginnt unser Sprachkurs, den wir vom Arbeitgeber bezahlt bekommen und ich hoffe, dann kann ich wenigstens ein paar Wörter auf Luganda mit den Einheimischen wechseln, die alle aber sehr gut englisch sprechen. Swahili wird hier gar nicht gesprochen, ich kann dir auch leider nicht sagen, warum es zweite Amtssprache ist.
Am Victoria See war ich leider noch nicht, aber ich muss gestehen, dass ich dafür auch noch keine Kraft oder Zeit hatte. Kampala liegt ca. eine Stunde vom Victoria See entfernt, aber ich werde diese kurze Reise bestimmt bald auf mich nehmen und euch dann mit Fotos davon berichten.

Schlaf gut und bis bald
eure Maggi

PS: Ich habe meinen ersten Sonnenbrand *Jiphiii*

2 Kommentare:

  1. Huhu Maggi, :)

    es ist sehr schön so viel von dir zu lesen und somit zu wissen, dass es dir gut geht.
    Sehr spannende Geschichten und lustige Bilder, auch wenn die Kakerlaken mich nicht weiter verwundert haben. Du kannst dich schon sehr über deine gefließte Küche freuen, da sollten dich ein paar kleine Mitbewohner nicht weiter stören. :P
    Grüße von mir und Wiebke, die ich gerade in Mannheim besuche an dich und deine Mitbewohnerin, dein Bruder.

    P.S.: Als Student der deutschen Sprache muss ich mich natürlich über deine mangelnde Rechtschreibung beschweren. IMPROVE IT!!

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  2. Liebes schwesterchen, du bist eine wirklich fleißige Schreiberin, find ich super. Was ich nicht super finde: Sonnenbrand nach nur einer woche. also schnell einen Hut und Sonnencreme kaufen.
    Kakerlaken sind ja echt garnicht süß, aber ich denk mal du wirst in der Zeit wohl noch das ein oder andere schlimmere Tier zu Gesicht bekommen.
    Sehen uns bei Skype. Küsse

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