Das neue Wochenende startete mit langem Ausschlafen, was aber wegen 3 stündigem Regen am Morgen auch gar nicht schlecht war. Da ich ja leider meine Knirsch-Schiene in Deutschland vergessen habe (das Päckchen ist schon auf dem Weg, fragt sich nur wie lange noch...), merke ich, dass meine Nächte wieder unruhiger werden und auch die lieben Kleinen auf Arbeit tragen dazu bei, dass man einfach einmal gerne ausschlafen will.
Nach einem späten und ausgiebigen Frühstück hatten wir eigentlich einen Besuch auf dem naheliegenden "Kalerwe Roadside Market"geplant, um mal richtig Gemüse und Obst einzukaufen und danach einen Abstecher zu Garden City. Ein Anruf ließ uns dann aber sofort zu Garden City fahren, wo wir Jana und Tobias, zwei Mitfreiwillige, trafen. Gemeinsam probierten wir das Restaurant auf dem Dach aus, von dem man echt einen tollen Ausblick auf die Innenstadt von Kampala hat und gingen danach so richtig shoppen. Ich darf mich nun stolze Besitzerin einer neuen DELL Tastatur nennen, die ich für nur 25.000 UGX (= 6,25€) erworben habe:)
Für die, die es interessiert möchte ich hier nun kurz eine Auflistung unseres Einkaufs und besonders der Preise aufführen, da es manchmal einfach erstaunlich ist. Alle anderen können einfach unten weiterlesen.
- 5l Wasser: 2.700 UGX (= 0,68 €)
- 1l H-Milch: 3.000 UGX (= 0,75€)
- 1kg Haferflocken: 9.600 UGX (= 2,40€)
- Schmierkäse: 2.600 UGX (= 0,65€)
- Klebe-Kreppband: 2.300 UGX (= 0,58€)
- Brot (endlich mal gesalzen statt süß): 1.600 UGX (= 0,4 €)
- Kaffeepulver: 4.200 UGX (= 1,05€)
- Dose Pilze: 2.700 UGX (= 0,68€)
- Dose Mais: 2.900 UGX (= 0,73€)
- Packung Würstchen: 8.400 UGX (= 2,10€)
Mit vollen Tüten nahmen wir ein Boda in unsere Wohnung, packten unsere sieben Sachen zusammen, schnappten uns ein Boda zum Taxi-Park und machten uns auf den Weg nach Mukono. Tobi arbeitet nämlich in Mukono mit einen großen Bus ca. 4h Fahrt und wenn man so hohen Besuch hat, dann muss man das auch ausnutzen. Gegen 19Uhr trafen wir bei Jana in der Wohnung ein und bereiteten, neben ausgelassenen Gesprächen, unser Abendessen vor: selbstgemachte Burger. Leider ist das Fleisch nicht so gut wie in Deutschland und die Nacht war, auf Grund des ungewohnten Völlegefühls sehr unruhig. Am Sonntag morgen ging es dann nach einem Frühstück auch schon wieder zurück nach Kampala, wo wir es diesmal schafften direkt beim Taxi-Park aus zu steigen und außerdem mit dem richtigen Matatu nach Kyebando-Kyesalosalo (unserer Haltestelle im Viertel) zu fahren. Nach einer kleinen Verschnaufpause zu Hause machten wir uns dann auf zu Gemüse- und Obstmarkt. Nach 20 Minuten Fußweg erreichten wir den Kalerwe Roadside Market, der uns mal wieder einen komplett neuen Einblick lieferte. Der Platz ist über und über mit Ständen und kleinen Hütten bedeckt. Manche bieten ihre Ware auf dem Boden sitzend auf Tüchern ausgebreitet an, anderen haben hölzerne Auslagebretter. Überall liegen Abfälle, laufen Tiere oder sitzen Menschen herum. Es herrscht ein wusseliges Treiben aus Straßenlärm und Stimmengewirr, das wenn wir als Muzungus auftauchen nocheinmal ansteigt. Von Angeboten über Komplimente bis Heiratsanträgen ist alles dabei. Gern wollte ich stehen bleiben, um mich ein wenig um zu gucken, die ganze Atmosphäre in mich auf zu nehmen bzw. sie überhaupt ganz wahrnehmen zu können, aber sobald man stehen bleibt werden einem Waren angeboten... Das Angebot ist eben so erschlagend, wie die Umgebung. Haufen an Bananen, Kohl, Ananas, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln. Passionsfrüchten ... Aber anders als bei den Ständen in Kyebando gibt es hier auch riesige Säcke mit verschiedensten Mehlsorten, Bohnensorten und Erdnüssen. Die langersehnte Jackfruit und die Mangos fanden wir hier allerdings leider auch nicht. Am nächsten Tag auf Arbeit erfuhren wir allerdings, dass die Zeit der Mangos noch ein bisschen auf sich warten lässt und heute hatten wir Besuch von unserem netten Kollegen Elijah, der uns eine "kleine" Jackfruit mit gebracht hat. Also seid gespannt auf die nächsten Bilder;)
Hier nun wieder eine kleine Einkaufsliste mit Preisen, denn Gemüse und Obst ist hier so unglaublich billig.
- große Ananas: 3.000 UGX (= 0,75€)
- 1kg Erdnüsse: 3.000 UGX (= 0.75€)
- 1kg Bohnen: 2.000 UGX (= 0,50€)
- 4 große Tomaten: 700 UGX (= 0,18€)
- 2 Auberginen: 300 UGX (= 0,08€)
- kleiner Kohl: 500 UGX (= 0,13€)
- Jackfruit: 3.000 UGX (= 0,75€) wird an Elijah natürlich zurück gegeben!
Am Abend kochten wir dann Reis mit panierten Auberginen und Tomatensoße und es war göttlich!
Seit gestern sind wir wieder fleißig am Arbeiten und am Luganda lernen (zur Erinnerung: Montag + Mittwoch 18.45-20.15 Lugandaunterricht) und besuchten zum ersten Mal, leider nur für sehr kurze Zeit das National Theatre. Dort findet jeden Montagabend die sogenannte Jam Session statt, die man mit einem deutschen Karaoke-Abend vergleichen könnte, bloß mit deutlich besserer und einheimischer Musik. Wir werden da bestimmt noch öfter zu Gast sein, so dass ich irgendwann ausführlicher davon berichten werde.
Ich wünsche euch nun allen einen schönen Abend. Ich werde mich im Kerzenschein (no power this evening) auf die Couch setzen und ein Buch lesen.
Liebste Grüße und Drücker
eure Maggi
Ich bin stolz auf dich. Wieder so ein ausführlicher Bericht. So gefällt mir das. :)
AntwortenLöschenDie Preise sind interessant. Die Milch ist ja genauso teuer wie hier. Gibts bei euch keine Kühe? Dafür ist das Brot sehr "billig", wobei "billig" wahrscheinlich dem Lohnniveau entspricht.
Das Völlegefühl würde ich nicht auf die Qualität des Fleisches schieben sondern auf die Menge desselben. ;)
Ich wuerde gern mal die neuseelaendischen Obst- und Gemuesepreise daneben stellen, nur so wegen des Schocks.
AntwortenLöschenIch habe eine Weile nicht gelesen und muss mich nun anstrengen, dass ich auch hinterherkomme.
Hoffe alles laeuft noch gut und Du fuehlst Dich gut.
Cheers
Susi