Donnerstag, 15. September 2011

Tag 10: Ein ganze "gewöhnlicher" Arbeitstag

Um euch einen kleinen Einblick in mein Leben in Uganda während der Woche zu geben, versuche ich euch heute exemplarisch einen ganz "gewöhnlichen" Arbeitstag zu beschreiben. Ihr habt zwar schon eine kleine Übersicht bekommen, die ich aber heute hoffentlich mit etwas Leben und Details ausfüllen kann.
Um sieben Uhr klingelt der Wecker und nach dem ich realisiert habe wo ich bin, schlage ich die Augen auf und krabble unter dem Moskitonetz hervor. Mein erster Gang führt mich zum Schalter für den Heater, denn entweder wollen Julia oder ich duschen und das Erwärmen dauert ungefähr 20 Minuten, damit man für 3-5 Minuten warmes Wasser hat. Danach wird Teewasser aufgesetzt und sich angezogen. Julia frühstückt meist eine Kleinigkeit für mich gibt es manchmal noch ein Wasser mit Eisen- oder Zinktablette für die Abwehrkräfte. Dann heißt es Zähne putzen, Wasser einpacken und dann steht auch schon Michael (ganz untypisch ugandisch) meist 5 Minuten zu früh vor der Tür. Um 7.50 Uhr startet die Fahrt zur Arbeit, leider bei sehr viel Verkehr und zur Zeit oft sehr glitschigen Straßen, aber Michael ist ein sehr sicherer Fahrer.
Um 8 Uhr stellen wir unsere Schuhe vor der Tür ab und gehen durch Anmeldung und Küche (wo unsere Köchin Vanessa schon das Frühstück und Mittag vorbereitet) in den Gemeinschaftsraum. Wie gewöhnlich läuft der Fernseher und die ersten Kinder sind bereits da und spielen Duplo. Alle Kinder werden ausführlich begrüßt: Hände schütteln oder umarmen. Good morning! How are you? Die Antworten reichen von keine Reaktion, über abwesendes Händeschütteln zu kleineren Gesprächen und strahlenden Gesichtern. Bis um 9 Uhr heißt es jetzt spielen, bis jetzt fast ausschließlich mit Duplo, und quatschen. Um 9 Uhr kommt Teacher Milly, mit ihrer kleinen einjährigen Tochter Kisha, und nach dem all SuSu (auf Toilette) waren beginnt die Geschichten- und Singerunde. Manche Kinder machen begeistert mit, kennen die meisten Geschichten und die Liedtexte, anderen fällt es schwer sich zu konzentrieren und sitzen zu bleiben, so dass es auch manchmal ziemlich laut und wuselig werden kann. Zum Ende der Runde ertönt eine Triangel: Hände waschen, hinsetzen, es gibt Frühstück. Die Kinder die alleine Essen können setzen sich auf eine große blaue Plastikplane und bekommen einen Teller mit Brot+Butter, mit Erbsen gefüllte Chapati, Kekse oder ähnliches und einen Becher Porridge, selten auch Tee. Andere Kinder sitzen in Rollstühlen oder auf anderen Stühlen, manchmal zum Stützen oder zum Stillhalten an Bauch oder Brust festgeschnallt. Nach dem Frühstück geht es für einen Großteil der Kinder zur Class mit Techer Milly oder zur Therapie zu Fred, Annett oder Ann. Die anderen Kinder werden im Gruppenraum mit Fernseher oder draußen betreut (leider wegen der Regenzeit noch sehr selten). Die Kindergruppe wechselt immer mal wieder und bis ca. um 12 Uhr wird gespielt, bis die Centers beginnen...

Davon aber beim nächsten mal mehr, denn es ist schon wieder später als geplant und so ohne Licht wird man immer noch schneller müde.
Also wartet gespannt
bis bald
eure Maggi

2 Kommentare:

  1. Du bist ja wirklich eine fleißige Schreiberin und so erleben wir Deine Tage mit. Die Bilder von Eurer Wohnung waren interessant, ohne diese netten Tiere und ohne Stromausfälle wäre es eine schöne Studenten-WG.

    Euch weiter viel Freude - Mama und Papa, der mal wieder Dienst hat

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  2. ich stocher mal nach. so zum verständnis. ;)
    1. ist das ein heim wo die kinder komplett wohnen oder eher ne art kindergarten?
    2. du solltest hier ein kleiner wörterbuch einbauen, was von diesen mopedtaxis bis zur toilette reicht. wer weiß, wann wir das hier auch mal gebrauchen können. :)
    3. und ein bild von den fahrzeugen wäre auch schön. und von michael. der gehört ja anscheinen shcon zur familie. :)
    na denn, weitermachen!

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